Leitfaden

Leitfaden für Koordinatoren der kantonalen Gruppen der tibetischen Sans-Papiers in der Schweiz

Inhalt

Vorwort
Hauptteil: Orientierung für tibetische Sans-Papiers
Wie können wir unsere Chancen beim Härtefallgesuch erhöhen?
Sprache
Integration
Berufschancen
Grundregeln für Bewerbungen
Integration
Anleitung für Referenzschreiben
Beratungsstellen
Anhang
Berufswahl: Welchen Beruf kann und will ich ausüben?
Bildungslandschaft Schweiz
Links zu Informationen über Ausbildungen
Formular zur Festlegung eines individuel
len Aktionsplans, um nach fünf Jahren für das Härtefallgesuch optimale Chancen zu haben
Formular 1: Allgemein (Beispiel)
Formular 1: Allgemein (leer)
Formular 2: Berufswahl (Beispiel)
Formular 2: Berufswahl (leer)
Info über AOZ-Kurse, SRK-Kurse
Muster-Bewerbungsschreiben
Bewerbungsschreiben für eine Arbeitsstelle
Bewerbungsschreiben für Schnuppertage
Muster-Lebenslauf
Beispiel-Vorstellungsgespräch
Mit Selbstmanagement können wir unsere Ziele besser und schneller erreichen

Vorwort

Liebe Koordinatorin, lieber Koordinator,
die Tibetische Sans-Papiers-Gemeinschaft Schweiz vertritt Eure Interessen. Gerne wollen wir künftig auch die Sans-Papiers ausserhalb von Zürich besser unterstützen. Dafür möchten wir enger mit Euch zusammenarbeiten.
Ihr seid Vertreter Eures Kantons bzw. Eurer Region. Bitte koordiniert Euch gut und haltet Euch auf dem Laufenden, was bei Euch vor sich geht. So erhalten wir hoffentlich mehr Informationen und können Euch besser helfen.
Im Kanton Zürich stehen die Chancen auf eine positive Antwort auf ein Härtefallgesuch gerade gut. Aus diesem Grund haben wir seit dem vergangenen Jahr Workshops organisiert, um die Chancen weiter zu erhöhen. Obwohl die Bedingungen in den anderen Kantonen teilweise schwieriger sind, findet Ihr in diesem Leitfaden einige Informationen über den Inhalt der Workshops, den Ihr bitte mit Euren Tibetern vor Ort teilt. Falls es sinnvoll ist, einen Workshop bei Euch zu organisieren, wäre das bei vorhandenem starkem Interesse möglich. Dazu ist es wichtig, dass Ihr uns die Bedürfnisse klar mitteilt.
Lasst uns zusammen daran arbeiten, dass möglichst viele von Euch baldmöglich eine Chance bekommen!

Hauptteil: Orientierung für tibetische Sans-Papiers

Wie können wir unsere Chancen beim Härtefallgesuch erhöhen?
Das Härtefallgesuch bietet nach 5 oder mehr Jahren Aufenthalt in der Schweiz Personen, die sich illegal in der Schweiz aufhalten, die Möglichkeit, eine Bewilligung zu bekommen. Für das Härtefallgesuch sind v. a. die Kriterien Deutschkenntnisse, Integration und Berufschancen entscheidend. Weitere Kriterien wie Identität oder „Reintegration im Heimatland“ sind dagegen kaum von Euch beeinflussbar.

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Ausserdem gehen wir davon aus, dass Ihr nicht straffällig geworden seid (ausser dem illegalen Ausenthalt) und Ihr keine Eintragungen im Betreibungsregisterauszug habt.
Jeder von Euch sollte die verbleibende Zeit bis zum Einreichen des Härtefallgesuchs so gut wie möglich nutzen, um die Sprache zu erlernen, sich zu integrieren und gute Berufschancen zu erlangen. Nachfolgend findet Ihr Ideen, wie Ihr daran arbeiten könnt.
Die untenstehenden Anforderungen können von fast niemandem komplett erfüllt werden. Also keine Sorge! Ihr solltet Euch aber so gut wie möglich weiterentwickeln, jeder Schritt zählt!
Die Formulare 1 und 2 des individuellen Aktionsplans sollen Euch helfen, Eure Ziele festzulegen und Euch bestmöglich weiterzuentwickeln. Plant genau Eure nächsten Schritte und setzt sie um! Wenn möglich, zieht dabei eine Vertrauensperson, z. B. eine Patin, einen Patin, bei.
Die drei Handlungsachsen Sprache, Integration und Berufschancen können wir selber beeinflussen!

Sprache
Anforderung: B1-Zertifikat

– Einschätzung Sprachniveau: Wo stehe ich?
– Wo gibt es Gratisschulen? Diese gezielt besuchen. Wen möglich, einen strukturierten Kurs, z. B. A2 oder B1 besuchen.
– Erlangung des Sprachniveaus A2 bzw. B1 mit Zertifikat
– Sei Dein eigener Lehrer! Lerne, selbständig zu arbeiten! Nacharbeit und Vokabellernen am Abend. Rückfragen beim Lehrer, wenn etwas nicht verstanden wurde.
– Selbständige Nacharbeit des erlernten Stoffes, Defizite erkennen und abbauen
– Lerntechnik
– Kursgebühren werden ggf. erstattet von Kirche Fluntern, Songtsenhouse (bei regelmässiger Kursteilnahme)
– ggff. Testvorbereitung im Rahmen eines Workshops

Tipp: Ihr solltet vor dem B1-Test erst einmal den A2-Test absolvieren. Dieser kann u. U. schon ausreichen. Ihr wisst dann, wie der Test abläuft und habt grössere Chancen, ihn zu bestehen. Dann könnt Ihr den B1-Test angehen.

Integration
Anforderung: 10-20 Referenzschreiben

– Freiwilligenarbeit: Möglichkeiten suchen
– Patenschaft (Solinetz, GSTF)
– Networking / Anzahl Referenzschreiben vs. Qualität
– Teilnahme an Kursen
– Vereinsmitgliedschaft: was interessiert Euch? Fragt in Vereinen nach!
– Freunde über das Internet finden (meetup)
– Offenheit zu anderen, den ersten Schritt tun
– weitere Ideen?!

Tipp: Obwohl es Vorstellungen gibt, wieviel Referenzschreiben Ihr einreichen sollt, kommt es aber vor allem auf die Qualität der Beziehung an. Eine langjährige persönliche Beziehung mit einer Privatperson ist viel mehr Wert als die zu einem Deutschlehrer.
Wenn Ihr jemanden um ein Referenzschreiben bittet, könnt Ihr der Person die Anleitung (siehe Anhang) zustellen, damit Ihr eine aussagefähige Referenz erhaltet.

Berufschancen
Anforderung: Arbeitsplatzangebot

Habt Ihr bereits Erfahrung in einem Beruf?
Oder wisst Ihr, in welchem Beruf Ihr arbeiten möchtet?
– sich informieren
– Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt
– Info über AOZ-Kurse, SRK-Kurse (inkl. Chancen, dort aufgenommen zu werden)
– Erkennen der Fähigkeiten, Einschätzung der realistischen Möglichkeiten
– Lebenslauf: Elemente beschreiben
o Kurzprofil erstellen: Um welche (freiwillige) Arbeit möchtet Ihr Euch bewerben?
o beschreibende Adjektive sammeln: effizient, engagiert, fleissig, freundlich, gründlich, mitfühlend, speditiv, tatkräftig, teamfähig, zielorientiert, zielstrebig
– Prozess zur Erstellung eines Lebenslaufs
o Google Docs App
o Gmail-Adresse
o Foto + handschriftlicher Lebenslauf werden von Tsomo und Jens erstellt und verschickt
– Bewerbungsschreiben (E-Mail)
– Weiterbildungsangebote:
o Lebenslauf und Bewerbung
o Kochkurse und weiteres
o Computerkurs
Fazit: Werdet aktiv, arbeitet an Euch, erkennt Eure Schwachstellen und arbeitet daran!

 

Grundregeln für Bewerbungen

– sei proaktiv, offen und ehrlich
– sei zuversichtlich: Du kannst nur gewinnen. Wenn Du nichts unternimmst, hast Du schon verloren!

Grundregeln für den Lebenslauf
– sollte stimmig sein
– ehrlich sein
– transparent und übersichtlich
o nicht jedes Detail anfügen (Relevanz für den Job)
– Stimmigkeit / roter Faden
– geeignete Vorlage im Internet finden
– Umgang mit Lücken im Lebenslauf
o „Verstecken“ nicht möglich, unbezahlte Arbeit und Schulen erwähnen
– Deine Persönlichkeit soll erkennbar sein.

Elemente des Lebenslaufs
– Persönliche Angaben
o Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse
o Zivilstand (kann auch weggelassen werden)
o Nationalität (wenn vorhanden, Bewilligung hier erwähnen)
o Foto (freundlich, neutraler Hintergrund)

– eventuell Kurzprofil?
o wenn man sonst nicht viel schreiben kann (z. B. „Ich bin ein leidenschaftlicher Koch und verfüge über mehrjährige Erfahrung in verschiedenen Restaurants mit asiatischer und europäischer Küche. Dank meiner Motivation und Teamfähigkeit arbeite ich mich schnell ein“.)

– Berufserfahrung
o Tätigkeiten sollten mindestens einige Monate dauern. In umgekehrter Reihenfolge: die jüngsten Aktivitäten zuoberst.

– Ausbildung
o wenn keine Ausbildung vorhanden, Ausbildung / Berufserfahrung zusammenführen

– Sprachen
o wenn Stufe bekannt, erwähnen, z. B. A2 (telc-Prüfung erfolgreich abgelegt)
o sonst sehr gute Kenntnisse, gute Kenntnisse, Grundkenntnisse (ggf. „in Wort und Schrift“)

– Sonstiges
o EDV-Kenntnisse: insbesondere MS Office (Word Excel, Powerpoint)
o Weiterbildungen, Kurse (wenn relevant für die Stelle)
o Hobbies 2 – 3 Hobbies erwähnen
o Freiwilligenarbeit, Engagement in Vereinen etc.

– Referenzen
o in der Schweiz erwünscht, insbesondere ehemalige Chefs, die die Arbeit beurteilen können (Person sollte vorher gefragt werden, ob sie dafür zur Verfügung steht)

Integration

Das Ziel der Integration ist das Zusammenleben der einheimischen und ausländischen Wohnbevölkerung auf der Grundlage der Werte der Bundesverfassung und gegenseitiger Achtung und Toleranz.

Die Integration soll längerfristig und rechtmässig anwesenden Ausländerinnen und Ausländern ermöglichen, am wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben der Gesellschaft teilzuhaben.

Die Integration setzt sowohl den entsprechenden Willen der Ausländerinnen und Ausländer als auch die Offenheit der schweizerischen Bevölkerung voraus.

Schliesslich ist es erforderlich, dass sich Ausländerinnen und Ausländer mit den gesellschaftlichen Verhältnissen und Lebensbedingungen in der Schweiz auseinandersetzen und insbesondere eine Landesprache erlernen.

1. Wann ist man integriert?
Integration ist ein dynamischer Prozess, welcher sowohl die schweizerische als auch die ausländische Bevölkerung einbezieht. Wie wichtig Integration ist, zeigt sich auch im neuen Ausländergesetz (Art. 4 Ausländergesetz AuG).
Integration will das friedliche Zusammenleben der einheimischen und ausländischen Wohnbevölkerung erhalten.
Dies gelingt indem jede Bewohnerin und jeder Bewohner der Schweiz die Werte der Bundesverfassung akzeptiert und indem man sich gegenseitig achtet und respektiert.

Integration ist dann erfolgreich, wenn Bewohnerinnen und Bewohner in der Schweiz – unabhängig von ihrer Herkunft – die gleichen Chancen haben.

Das bedeutet: Ausländerinnen und Ausländer erreichen vergleichbare Werte wie Schweizerinnen und Schweizer in der Schule, auf dem Arbeitsmarkt, beim Gesundheitszustand, in der sozialen Sicherheit, bei der Straffälligkeit etc.

Um diese Ziele zu erreichen braucht es die Offenheit der Schweizerinnen und Schweizer. Ausländerinnen und Ausländern müssen ihrerseits die Grundwerte der Bundesverfassung respektieren, die öffentliche Sicherheit und Ordnung einhalten und zeigen, dass sie gewillt sind, am Wirtschaftsleben teilzuhaben und sich weiterzubilden. Besonders wichtig ist, dass Ausländerinnen und Ausländer möglichst rasch nach ihrer Ankunft in der Schweiz eine Landessprache erlernen. Sich gut verständigen zu können ist eine wichtige Voraussetzung für den Zugang zum Arbeitsmarkt und erleichtert das Zusammenleben im Alltag. Was Ausländerinnen und Ausländer zur Integration in der Schweiz beitragen sollen ist in der Verordnung über die Integration von Ausländerinnen und Ausländer (VIntA) festgehalten (Artikel 4-6 VIntA).

https://www.sem.admin.ch/sem/de/home/themen/integration.html

Anleitung für Referenzschreiben

Wenn Ihr Eure Bekannten und Freunde bittet, Euch ein Referenzschreiben auszustellen, könnt Ihr ihnen diese Anleitung mitgeben, damit sie ein für Euch positives Schreiben erstellen.
Die tibetischen Sans-Papiers in der Schweiz haben nach fünf Jahren Aufenthalt im Land erstmals die Möglichkeit, ein Härtefallgesuch zu stellen. Je nach Kanton können andere Regeln gelten. Unter gewissen Bedingungen können Sie eine B-Bewilligung erhalten. Dazu müssen u. a. sie gute Sprachkenntnisse, eine gelungene Integration und ein Stellenangebot (oder auch gute Chancen, einer Arbeit nachgehen zu können) nachweisen.
Um die gelungene Integration in der Schweiz zu belegen, fordern die Migrationsbehörden Referenzschreiben (auch Befürworterschreiben genannt) von Schweizern oder anderen Inländern. Diese Schreiben sollen die gute Vernetzung des Sans-Papiers (in der Folge Antragsteller genannt) in der Schweiz, auch ausserhalb der tibetischen Gemeinschaft, aufzeigen.
Es ist oft zu hören, dass 20 Referenzschreiben für ein Härtefallgesuch erforderlich seien. Diese Aussage ist zu relativieren. Wenngleich eine gewisse Anzahl von Referenzschreiben sehr hilfreich sein wird, ist auch die „Qualität der Beziehung“, die aus den Referenzschreiben herausgelesen werden kann, von entscheidender Bedeutung. Eine optimale Darstellung eines Antragstellers über diese Schreiben enthält mehrjährige persönliche Freundschaften, Bekanntschaften aus Vereinen und anderen Engagements wie freiwilliger Tätigkeit.
Dieser Text soll dem Ersteller eines Referenzschreibens eine Anleitung geben, welche Elemente im Text enthalten sein sollten. Es ist wichtig, möglichst detailreich über die bestehende Beziehung zur jeweiligen Person zu berichten:
– Bei welchem Anlass wurde die Bekanntschaft mit dem Antragsteller gemacht?
– Seit wie vielen Jahren besteht die Beziehung?
– Wie oft finden Treffen statt?
– Was sind die gemeinsamen Aktivitäten?
– Welche Bemühungen unternimmt die Person, um die Beziehung zu pflegen?
– Welche Bemühungen zur Integration oder sozialen Aktivitäten sind über diese Person bekannt?
– Über welche charakterlichen Eigenschaften verfügt der Antragsteller, die eine gute Integration begünstigen?
Es ist wünschenswert, dass über das Schreiben die Persönlichkeit des Antragstellers zum Ausdruck kommt. Es ist ausserdem möglich, im Schreiben den persönlichen Wunsch zum Ausdruck zu bringen, dass der Antragsteller bald Papiere bekomme und arbeiten darf bzw. die Überzeugung, dass er die Chance gut nutzen wird und sich weiter gut integrieren wird bzw. bald Arbeit finden wird.

Beratungsstellen

Shenpen – Eine Anlaufstelle von Tibetern für Tibeter
Shenpen, übersetzt „anderen helfen“, ist ein Angebot des Vereins Tibeter Jugend in Europa. Mit der Anlaufstelle wollen wir Tibetern, die als Flüchtlinge in die Schweiz kommen, bei administrativen Schwierigkeiten und anderen alltäglichen Dingen helfen. Shenpen soll nicht nur eine Anlaufstelle sein, sondern soll auch neue Freundschaften, interessante Begegnungen und anregende Gespräche mit sich bringen. Die Beratung bei Shenpen ist gratis.
Du kannst uns jeden Montag (ausser an Feiertagen wie z. B. Ostern) von 18:00 bis 20:00 Uhr im Vereinsbüro besuchen und/oder telefonisch erreichen. Keine Anmeldung nötig.
Kontakt:
Verein Tibeter Jugend in Europa
Tibetan Youth Association in Europe
Binzstrasse 15
8045 Zürich

Montag
18:00 – 20:00 Uhr
Tel: +41 44 450 88 55
Dienstag bis Freitag (telefonisch)
18:00 – 20:00 Uhr
+41 76 517 87 57
E-Mail: shenpen@vtje.org

Freiplatzaktion
http://freiplatzaktion.ch/
Dienerstrasse 59, 8004 Zürich
Die Freiplatzaktion Zürich bietet eine professionelle Rechtsberatungsstelle an der Dienerstrasse 59 in Zürich an. Wir hören zu, informieren, beraten und begleiten durch die verschiedenen Phasen von asyl- und migrationsrechtlichen Verfahren. Zu unserem Angebot gehört die Eingabe von Gesuchen und Beschwerden sowie die Übernahme juristischer Vertretungen in asyl- und migrationsrechtlichen Verfahren.
Unsere Beratungsstelle ist niederschwellig zugänglich und unsere Mitarbeiter_innen sind für alle Ratsuchenden direkt erreichbar. Die Beratungen erfolgen kostenlos. Wir richten unser Angebot jedoch schwerpunktmässig an mittellose Menschen, die sich keinen Rechtsbeistand leisten können
Beratungen finden jeweils montags ab 9.00 Uhr statt. Bis 9.00 Uhr können Sie sich in die Liste für einen Beratungstermin eintragen. Wir bitten Sie, relevante Dokumente mitzubringen.

Sans Papiers
http://www.sans-papiers.ch/index.php?id=92
>Please search your closest Sans papiers office on the website.

HEKS Hilfswerk der evangelischen Kirchen Schweiz
https://www.heks.ch/
Montag 14 – 17 Uhr
Sans‐Papiers-Anlaufstelle Zürich SPAZ
Kalkbreitestrasse 8, 8003 Zürich
Donnerstag 9 – 12 Uhr: Freiplatzaktion Asyl und Migration Langstrasse 64, 8004 Zürich
Freitag 12 – 18 Uhr: Autonome Schule Zürich ASZ Sihlquai 125, 8005 Zürich
Telefon bei Fragen von Betroffenen: 079 425 61 88

Anhang

Berufswahl: Welchen Beruf kann und will ich ausüben?

 

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Bildungslandschaft Schweiz

Die Bildungslandschaft in der Schweiz ist vielfältig: es gibt viele Berufe und Möglichkeiten, sich weiterzubilden. Daher informiert Euch bitte gut, welche Möglichkeiten Ihr habt.

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Links zu Informationen über Ausbildungen

Infos zu Berufsausbildungen:
https://www.berufsberatung.ch/dyn/show/1900?id=3042
http://www.berufsbildung.ch/dyn/1008.aspx

Lehrstellen
https://lehr-stelle.ch/
https://www.yousty.ch/de-CH

Es gibt zahlreiche Informationen im Internet, informiert Euch gut!

Formulare zur Festlegung eines individuellen Aktionsplans, um nach fünf Jahren für das Härtefallgesuch optimale Chancen zu haben

Formular 1: Allgemein (Beispiel)

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Formular 1: Allgemein (leer)

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Formular 2: Berufswahl (Beispiel)

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Formular 2: Berufswahl (leer)

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Info über AOZ-Kurse, SRK-Kurse

AOZ sowie SRK bieten Kurse an, um Migranten den Einstieg in das Arbeitsleben zu erleichtern.
Der Besuch muss mit dem Berater des Sozialamtes besprochen werden. Er muss die Möglichkeiten abklären, weil die Kurse von der Stadt bezahlt werden müssen.
Allgemeine Voraussetzungen:
– motiviert, arbeitsmarkt- und leistungsfähig
– zeitliche Flexibilität
– Bereitschaft zu Selbstlernaktivitäten
– Körperliche, geistige und seelische Gesundheit

Branchenqualifizierung mit Zertifikat bei AOZ
https://www.stadt-zuerich.ch/aoz/de/index/arbeitsintegration/qualifizierungsprogramme.html

Pflegekurs

Voraussetzung:

  • Deutschniveau B1
  • Bedingung ist die Teilnahme an einer Infoveranstaltung, Eignungsabklärung

Dauer: 1 Jahr (Schulung, Lerneinsatz)

Der Pflegekurs umfasst zwei Semester:
Im Schulungssemester erhalten die Teilnehmenden eine Basisqualifizierung in der Pflege. Ergänzend dazu besuchen sie den branchenspezifischen Deutsch-, den E-Learning- und den Mathematikunterricht. Zudem erhalten sie Informationen zum Schweizerischen Arbeitsmarkt und lernen Bewerbungstechniken und –strategien kennen. Für Teilnehmende mit weiterem Unterstützungsbedarf gibt es Zusatzmodule zur Deutsch- und Mathematikförderung. Im Rahmen des Kurses erwerben sie auch den Nothelferausweis.
Im Lerneinsatzsemester vertiefen die Teilnehmenden die erworbenen Kenntnisse im Rahmen eines Arbeitseinsatzes in einer öffentlichen Institution der Pflege (Altersheim, Alterswohngruppe, Pflegezentrum, Spital u.a.). Parallel dazu findet einmal pro Woche Praxisberatung und branchenspezifische Deutschförderung statt und die Teilnehmenden werden bei ihren Bewerbungsbemühungen und der Suche einer Anstellung unterstützt. Sie haben zudem die Möglichkeit die Multicheck-Prüfung « Assistent/in Gesundheit und Soziales » zu absolvieren, welche von verschiedensten Pflegeeinrichtungen für eine Lehrstelle verlangt wird.*
-> Zertifikat als Pflegehelfer
-> Multicheck-Prüfung „Assistent Gesundheit und Soziales“ möglich*

Reinigungskurs

Voraussetzung:

  • Deutschniveau A2
  •  Teilnahme Infoveranstaltung, Eignungsabklärung

Dauer: 6 oder 12 Monate

-> Zertifikat „Basiswissen moderne Reinigung“

Workcenter: Technik-Metallverarbeitung, Mechanik, Holzverarbeitung)

Voraussetzung:

  • Deutschniveau A1/B1 (Deutschniveau A1 für Gruppeneinsatzplatz, B1 für Einzeleinsatzplatz)

Auffrischen, Einübung und Aneignung von Branchen- und Fachkenntnissen in den Werkstätten

Üben systematischer Arbeitsabläufe
individuelle Förderung
branchenspezifische Deutschförderung
Dauer 3 Monate

Workcenter: Gastro (Küche, Service)

Voraussetzung:

  • Deutschniveau A1/B1 (Deutschniveau A1 für Gruppeneinsatzplatz, B1 für Einzeleinsatzplatz)

Auffrischen, Einübung und Aneignung von Branchen- und Fachkenntnissen in den Gastrobetrieben
Üben systematischer Arbeitsabläufe
individuelle Förderung
branchenspezifische Deutschförderung
Dauer 3 Monate
-> Zertifizierung zusammen mit GastroZürich

Workcenter: Hausdienst (Reinigung, Wäscherei)
Voraussetzung:

  • Deutschniveau A1/B1 (Deutschniveau A1 für Gruppeneinsatzplatz, B1 für Einzeleinsatzplatz)

Auffrischen, Einübung und Aneignung von Branchen- und Fachkenntnissen in den Gastrobetrieben
Üben systematischer Arbeitsabläufe
individuelle Förderung
branchenspezifische Deutschförderung
Dauer 3 Monate
-> Zertifizierung zusammen mit GastroZürich

Die Multicheck-Prüfung wird oftmals als Eignungstest für die Ausbildung verlangt. Infos und Testvorbereitung unter:
https://www.gateway.one/de-CH/multicheck-eignungsanalyse.html

Lehrgang Pflegehelfer/-in (PH) SRK
https://www.srk-zuerich.ch/lehrgang-pflegehelferin-srk

Pflegekurs

  • Deutschniveau B2
  • Teilnahme Infoveranstaltung

Der Lehrgang Pflegehelfer/-in SRK besteht aus Modul 1 und Modul 2 sowie einem Praxiseinsatz von 15 Tagen. Jedes Modul dauert 10 Tage. Alles zusammen muss innerhalb von 12 Monaten absolviert werden.
Für den Besuch der Module 1 und 2 stehen Ihnen verschiedene Angebotsformen offen.
• Tageskurse (1 Kurstag pro Woche)
• 2-Tageskurse (2 Kurstage pro Woche)
• Blockkurse (3 – 5 Kurstage pro Woche)
• Samstags- und Wochenendkurse
• Abend-/Samstagskurs (5 Wochen lang: Samstag ganzer Tag plus 2 Wochentage abends)
Innerhalb eines Jahres müssen folgende Bestandteile erfüllt sein:
• Bestandene Lernkontrolle Modul 1 (60 Stunden = 10 Tage à 6 Stunden)
• Bestandene Lernkontrolle Modul 2 (60 Stunden = 10 Tage à 6 Stunden)
• Erreichen der Ziele des Praxiseinsatzes (15 Arbeitstage)
• Kurspräsenz mindestens 90%
-> Zertifikat Pflegehelfer/-in SRK

Wenn Sie den Lehrgang abgeschlossen haben, dürfen Sie im Auftrag von Pflegefachpersonen hilfsbedürftige Menschen bei der Pflege unterstützen und sie in ihrem Alltag begleiten.
Häufige Arbeitsorte sind Alters- und Pflegezentren, Institutionen für Menschen mit Behinderung, die Spitex, Alterswohnungen sowie die Privatpflege.

 

Muster-Bewerbungsschreiben

Bewerbungsschreiben für eine Arbeitsstelle

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Bewerbungsschreiben für Schnuppertage

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Muster-Bewerbungsschreiben

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Beispiel-Vorstellungsgespräch

Tenzin: Grüezi. Mein Name ist Tenzin Chukki. Ich möchte gerne in Ihrem Betrieb schnuppern und würde daher gerne mit Herrn Müller sprechen.
Mitarbeiter: Grüezi Frau Chukki; Sie können mir die Unterlagen gerne geben.
Tenzin: Wenn es möglich ist, würde ich gerne mit Herrn Müller persönlich sprechen.
Mitarbeiter: (telefoniert …) Es ist in Ordnung, Sie können zu ihm gehen.
Tenzin: Grüezi Herr Müller. Mein Name ist Tenzin Chukki. Danke, dass ich mit Ihnen sprechen darf. Ich bin tibetischer Flüchtling und seit drei Jahren in der Schweiz. Ich würde sehr gerne in Ihrem Pflegeheim als Pflegehilfe schnuppern. Könnten Sie mir eine Chance geben? Ich habe Ihnen meinen Lebenslauf mitgebracht.
Müller: Grüezi Frau Chukki. Bitte nehmen Sie Platz. Haben Sie bereits in der Pflege gearbeitet?
Tenzin: Nein, leider hatte ich noch keine Gelegenheit dazu.
Müller: Was ist Ihre Motivation für eine Stelle in der Pflege?
Tenzin: Als Tibeter versuche ich, allen Menschen Mitgefühl entgegenzubringen, insbesondere älteren und kranken Personen, die unsere Hilfe benötigen. Da ich in einer grossen Familie aufgewachsen bin, in der jung und alt zusammenlebten, habe ich bereits als junger Mensch die Bedürfnisse älterer Menschen erkannt.
Müller: Glauben Sie, dass Ihre Deutschkenntnisse ausreichen, um mitarbeiten zu können?
Tenzin: Ich habe viele Deutschkurse besucht. Ich habe ein gutes A2-Niveau. Ich denke, dass ich gut mitarbeiten kann. Ich verstehe auch ein wenig schweizerdeutsch, spreche es aber nicht.
Müller: Der Beruf ist anspruchsvoll. Es ist nicht einfach, Menschen zu pflegen. Trauen Sie sich das zu?
Tenzin: Ich habe einige Freunde, die in der Pflege arbeiten und mir von ihrem Alltag erzählt haben. Ich weiss, was mich erwartet. Ich bin ausdauernd und fleissig.
Müller: Welchen Aufenthaltsstatus haben Sie in der Schweiz?
Tenzin: Mein Asylgesuch wurde abgelehnt. Ich kann jedoch nicht in meine Heimat Tibet zurückkehren. Ich lebe hier als Sans-Papiers, bin den Behörden aber bekannt. In zwei Jahren kann ich ein Härtefallgesuch stellen, dafür möchte ich mich gut integrieren und auch beruflich Fuss fassen.
Müller: Unsere Schnupperlehrlinge sind jeweils eine Woche bei uns. Wann könnten Sie kommen?
Tenzin: Ich bin flexibel. Nächste Woche wäre gut.
Müller: OK, dann kommen Sie bitte am Montag früh um 7:30 zu uns und melden sich am Empfang.
Tenzin: Vielen Dank, sehr gerne. Bis nächste Woche. Ade, Herr Müller.

Ihr solltet auf folgende Fragen vorbereitet sein:
– Was ist Ihre Motivation für eine Stelle in diesem Beruf?
– Glauben Sie, dass Ihre Deutschkenntnisse ausreichen, um mitarbeiten zu können?
– Was sind Ihre Stärken, was Ihre Schwächen?
– Der Umgang mit alten und kranken Menschen ist schwierig. Trauen Sie sich das zu?
– Die Arbeit in der Küche / in der Reinigung ist hart. Trauen Sie sich das zu?
– Wo möchten Sie in fünf Jahren beruflich stehen?

 

Mit Selbstmanagement können wir unsere Ziele besser und schneller erreichen

Die Situation in unserer heutigen Zeit:

„So viel Arbeit und so wenig Zeit“

„Die Zeit reicht einfach nicht, um alles zu erledigen“

„Ich habe keine Zeit dafür“

=>Jeder hat täglich 24 Stunden zur Verfügung = 1440 Minuten

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Ziele nach Fragen definieren

Was will ich erreichen? (Qualität)

Wie viel will ich erreichen? (Menge)

Warum will ich es erreichen? (Begründung)

Bis wann will ich es erreichen? (Termin)

Wie will ich es erreichen? ( Weg)

 

Ziele nach Bereichen definieren

Ziele zu Ihrem Beruf (z.B. Inhalt, Umfeld, Gehalt, Karriere etc.)

Ziele zu Ihrer Familie (z.B. Partner, Kinder, Urlaub, Erziehung etc.)

Andere private Ziele (z.B. Freunde, Hobby, Reisen, Gesundheit)

 

Ziele sollten S M A R T festgelegt werden:

S (spezifisch) Das Ziel muss konkret, eindeutig und präzise formuliert sein.

M (messbar) Das Ziel muss überprüfbar sein, hinsichtlich Fortschritt und Zielerreichung.

A (attraktiv) Das Ziel muss positiv und herausfordernd formuliert sein. Das Ziel soll bei Ihnen positive Gefühle auslösen.

R (realistisch) Das Ziel muss unter gegebenen Umständen erreichbar sein.

T (terminierbar) Das Ziel muss für einen klaren Zeitrahmen, mit konkretem Erledigungstermin definiert sein.

 

Grosse Ziele müssen wir in Unterziele aufteilen

  1. B. „Wie kann ich baldmöglich eine Aufenthaltsbewilligung erhalten?
  • Verbesserung der Sprachkenntnisse
    • regelmässiger Besuch von Gratis-Deutschkursen
    • Vokabeln lernen
    • Zeitung 20 Minuten lesen
  • Sich in der Schweiz integrieren
    • Freiwilligenarbeit suchen
      • Anfrage SRK
    • Patenschaft
  • Bessere Berufschancen erlangen

Wir setzen Prioritäten

Das Problem:

  • Viele Menschen versuchen, viele Dinge gleichzeitig zu erledigen
  • Viele Aufgaben werden angefangen und nichts wird zu Ende gebracht.

=> Frustration, Überforderung, Verzettelung

  • Wenn wir unsere Zeit erfolgreich managen möchten, müssen wir alle geplanten Aktivitäten nach Prioritäten sortieren.

 

Dies erfolgt mit einer ABC-Analyse
1. Schreibt Euch die Aufgaben und Tätigkeiten auf, die zu erledigen sind.
2. Legt Prioritäten fest.
Fragt Euch:
Welche Aufgabe ist sehr wichtig? (das sind A-Aufgaben).
Welche Aufgaben sind wichtig? (das sind B-Aufgaben)
Und welche Aufgaben sind weniger wichtig, die warten können? (das sind C-Aufgaben)

 

Das Eisenhower-Prinzip
Prioritätensetzung nach den Kriterien Wichtigkeit und Dringlichkeit.
Wichtig: Dinge, die euch eurem Ziel näher bringen.
Dringend: Alles, was eure unmittelbare Aufmerksamkeit erfordert.

So planen wir

  • Schriftlich planen! Dies schafft Verbindlichkeit=> psychologischer Vertrag mit sich selbst
  • Damit haben wir einen guten Überblick über die Aufgaben => es wird nichts vergessen
  • Bessere Kontrolle der Tagesergebnisse => das Erledigte abhaken, nicht geschaffte Aufgaben auf den nächsten Tag übertragen.

 

Dank Planung kommen wir schneller zum Ziel

  • Derjenige, der nicht plant, reagiert nur noch auf die Umwelt.
  • Durch Planung gewinnt man einen Überblick über alle Projekte, Aufgaben und Tätigkeiten.
  • Je komplexer und umfassender eine Aufgabe oder ein Projekt ist, desto mehr Zeit sollten wir für die Planung investieren.
  • Der größte Vorteil der Planung: wir gewinnen Zeit!

“Nein“ sagen können

Tipp 1: Nehmt euch Bedenkzeit, bevor ihr eine Entscheidung trefft (z.B. „Ich muss darüber einen Moment nachdenken“)

Tipp 2: Findet heraus, warum es euch so schwer fällt, „nein“ zu sagen (z.B. Die Angst, abgelehnt und nicht mehr gemocht zu werden; Die Angst vor Konsequenzen; Das Bedürfnis gebraucht zu werden)

Tipp 3: Macht euch klar, welchen Preis ihr zahlt, wenn ihr „ja“ sagt (z.B. wenig Zeit, Kraft, Energie; viel Stress wg. zusätzlichen Aufgaben)

 

Für Ausgleich sorgen

Um gute Arbeitsleistung zu erbringen, ist es notwendig, mit Körper, Geist und Seele vernünftig umzugehen.

  • Macht täglich „kleine“ Dinge, die euch Spaß machen (z.B. eine halbe Stunde lesen, Musik hören, mit einem Freund Kaffee trinken).
  • Plant bewusst Zeit für Eure Familie, Partner, Freunde ein. Genießt diese Zeit! Denkt an nichts anderes!
  • Bleibt in Bewegung! (beim Sport werden Glückshormone ausgeschüttet).
  • Habt Freude und lacht! (dies baut Stress ab, auch hier werden Glückshormone ausgeschüttet).